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Mathe mit Monti 1 Produktinformationen Bestellen Begleitheft Referenzen Support Das Team Kinderkram Impressum |
von Hildegard Hosterbach in Zeitschrift "Montessori 40. Jg(2002)" Mathe mit Monti 1. Rechnen nach Montessori-Methode. Meerbusch: Monti-Media Software 2001. Eine Lernsoftware in Verbindung mit dem Namen Montessori? So entschieden wie diese Frage beim ersten Blick scheint, lohnt sich doch ein genauerer Blick auf sie. Lohnend, weil der Blick scharf wird für die Zielsetzung und weil es ein erstes Produkt im Sinne multimedialen Lernens unter der Berücksichtigung Montessoris spezifischen Prinzipien ist. Silke Sieber entwickelte in enger Zusammenarbeit mit Multimedia-Fachleuten das Konzept: Die Materialarbeit umzusetzen in Bildschirmarbeit. Motor ihrer Entwicklung war ihre Erfahrung, dass das herkömmliche Montessori-Mathematikmaterial nicht für alle Kinder handhabbar ist, dann - wenn körperliche Beeinträchtigungen das Arbeiten mit den Ziffernkarten des 100er Brettes, mit den Streifen des Additions- bzw. Subtraktionsbrettes, den Perlen des kleinen Multiplikations- bzw. Divisionsbrettes scheitern lassen. "Das Material ist gleichsam nur ein Anfang; die manuelle Arbeit mit ihm ordnet die Kenntnisse des Kindes, gibt Klarheit der Kenntnisse und führt zu selbständiger, geistiger Tätigkeit. Das Material ermöglicht dem Kind eine geordnete geistige Entwicklung und schafft geistige Disziplin." Maria Montessori: Grundlagen meiner Pädagogik. In. OSWALD,P./SCHULZ-BENESCH, G.: Grundgedanken der Montessori-Pädagogik. Freiburg u.a.: Herder 1967. S. 35 Dieses Zitat Montessoris beschreibt genau die Arbeitsweise mit der vorgelegten Software. Die Arbeit des Kindes ist es, mit Hilfe der Maus die Perlen oder Plättchen zu verschieben, zuzuordnen oder zu sortieren. Unterstützung kann das Kind von Monti bekommen, der Leitfigur. Diese Leitfigur übernimmt die ihm aufgetragenen Arbeiten etwa: das mit einem Klick markierte Plättchen holen und es an den angeklickten Ort ablegen. Wohltuend, dass Monti nur das ausführt, wozu er in Bewegung gesetzt wurde. So bleibt das Kind Initiator aller Handlungsabläufe und wird zugleich Beobachter aller ausgeführten Arbeiten. Hierbei wird besonders deutlich, dass Lernen nicht ergebnisorientiert sondern prozessual aufgefasst wird. Dies ist besonders wesentlich im Vergleich zu anderen auf dem Markt befindlichen Lernsoftwareprodukten. Zusätzlich ist Monti liebevoll gestaltet. Hat er einmal keinen Arbeitsauftrag, steht er achselzuckend am Monitorrand und wartet geduldig auf einen neuen Auftrag. "Wir bieten dem Kind mit dem Material geordnete Reize an und lehren also nicht direkt (,...) sondern vielmehr durch eine Ordnung, die im Material liegt und die das Kind sich selbständig erarbeiten kann. Wir müssen alles in der Umgebung, also auch alle Gegenstände so weit für das Kind vorbereiten, daß es jede Tätigkeit selbst ausführen kann." Maria Montessori: Grundlagen meiner Pädagogik. In. OSWALD,P./SCHULZ-BENESCH, G.: Grundgedanken der Montessori-Pädagogik. Freiburg u. a.: Herder 1967. S. 33 Das Selbstausführen wird durch die sinnfällige Bedienung der sparsam angebrachten Buttons erleichtert z.B. kann das Kind die Fehlerkontrolle in Form eines Ergebnisvergleiches selbstbestimmt hinzuziehen und wieder wegklicken. Das Programm ist technisch so eingerichtet, dass es auch mit speziellen Maussystemen für Kinder mit motorischen Defiziten arbeitet. Die großzügige graphische Gestaltung und die Zoom-Stufen unterstützen zugleich Kinder mit Wahrnehmungsstörungen und Sehschwächen. Ebensowichtig wie das Selbstausführen ist auch das selbstbestimmte Ende der eigenen Arbeit. Dies lässt sich durch Speichern und Ausdrucken des aktuellen Arbeitsstandes erledigen. Für die Arbeit mit dem Additions- bzw. Subtraktionsbrett lassen sich zudem die Aufgaben sehr leicht auf die individuellen Bedürfnisse der Kinder anpassen: "Das äußere Material muß sich also den psychischen Bedürfnissen des Kindes wie eine Leiter darbieten, die ihm Stufe für Stufe bei seinem Aufstieg behilflich ist. (...) Denn für die psychischen Übungen ist neues Material notwendig, und damit es seinen Zweck erfüllt, muß es neue und vielfältige Formen von Gegenständen enthalten. Diese müssen in der Lage sein, die Aufmerksamkeit zu fesseln, die Intelligenz durch ständige Übung ihrer Energien reifen zu lassen und jene Phänomene der Ausdauer in die Beschäftigung, das psychische Gleichgewicht und die Fähigkeit zur Abstraktion und zur spontanen Schaffenskraft erhöhen." Maria Montessori: Schule des Kindes. Montessori-Erziehung in der Grundschule. Freiburg u.a.: Herder 61996, S. 84. Die Frage des Anfangs bleibt: Braucht unsere multimedial-informationstechnisierte Zeit eine neue Lernumgebung? Also doch: Für eine neue Zeit ein neues Material? Das vorgelegte Konzept bietet neue Rahmenbedingungen und stützt sich dennoch auf in der Wirklichkeit bereitstehende Entwicklungsmaterialien. ... die Aufmerksamkeit fesseln ... Nicht nur Kinder, aber sie vor allem unvoreingenommen, zeigen eine hohe Motivation den Computer und seine Möglichkeiten für ihre Bedürfnisse zu nutzen. Wenn sie ihn hier auch in sinnvollen Entwicklungszusammenhängen und in individualisierten Lernfortschritten nutzen können, stärkt es ihre Persönlichkeit und weist dem Computer die Funktion eines Werkzeuges zu. "Der Lehrer (...) zeigt dem Kind jede Übung mit Freundlichkeit, mit klaren Bewegungen und großer Genauigkeit. So entsteht dem Kind die Möglichkeit, selber zu handeln." Maria Montessori: Grundlagen meiner Pädagogik. In. OSWALD,P./SCHULZ-BENESCH, G.: Grundgedanken der Montessori-Pädagogik. Freiburg u.a.: Herder 1967. S. 42 Die kurzen Erläuterungen über das Konzept der Monti-Lernsoftware in dem kleinen Beiheft weisen darauf hin, dass es empfehlenswert ist, die Arbeit mit den einzelnen der vier integrierten Materialien ohne inhaltliche Erklärung einzuführen. Ebenso steht der Verzicht auf Fehlermeldungen in der Tradition Montessoris, so dass das Kind durch die "Begrenztheit des Einschreitens" Handlungsfreiraum und Selbstbestimmung innerhalb des neuen Mediums gewinnt. Dieser vorgelegten Lernsoftware, die in ihrem Namen bereits alle Urheberrechte berücksichtigte, wünsche ich viele Nutzer, die entsprechend des vorliegenden Konzeptes multimediales Lernen als zusätzliche Hilfe einsetzen, nicht jedoch als Ersatz für die originären, haptischen Erfahrungen. Die Nummer 1 der CD verheißt weitere multimedial aufbereitete Materialien. |